Der Bestatter

Den Beruf des Bestatters kann man kaum mit einem anderen Beruf vergleichen, denn seine Person oder Anwesenheit wird unwillkürlich immer mit dem Tod in Verbindung gebracht. Jedoch in unserer modernen Zeit, in der man über fast alle Dinge offen spricht, nur nicht über das Sterben, wird der Tod aus unserem Gesellschaftsleben immer mehr verdrängt. So ist es die Aufgabe des Bestatters in erster Linie Helfer zu sein für jene Menschen, die betroffen sind durch einen Todesfall in der Familie. Diese Betroffenen stehen oftmals unter enormen seelischem und psychischem Druck. Abgesehen von ihrer Trauer, müssen sie plötzlich Entscheidungen treffen, über die sie in ihrem Leben vielleicht noch nie gesprochen oder nachgedacht haben.

Der Bestatter geht auf alle Fragen, Wünsche und Anforderungen der Hinterbliebenen ein, gleichzeitig hat er darauf zu achten, mit den ihm auferlegten Gesetzen bei der Durchführung seiner Dienstleistungen nicht in Konflikt zu kommen. Es gibt eine ganze Reihe solcher Gesetze, die paragraphlich verankert sind, man nennt sie in der Fachsprache die Standesregeln.

Sollte ein Bestatter diese Gesetze missachten, kann dies je nach Schwere zum Entzug seiner Berechtigung kommen, d. h. er verliert seine Berufsexistenz.

Geschichte und Entstehung des Bestatterberufes

Ursprünglich hat sich der Beruf des Bestatters aus dem Tischlerberuf (Schreiner, Sargmacher) herauskristallisiert. In der Frühzeit wurden Baumstämme ausgehöhlt, in denen man die Verstorbenen beisetzte. Später war man in der Lage, Holzbretter herzustellen und diese mit Holznägeln zu einer Bahre zusammenzufügen auf welcher die Toten oft weite Strecken bis zum Beisetzungsort getragen wurden. Später fügte man die Bretter kistenartig zusammen - Entstehung des Sarges.

Heute ist der Beruf des Bestatters ein gebundenes Gewerbe und in Tirol seit 1859 in der Gewerbeordnung gesetzlich verankert. Das heißt, dass erst nach erfolgreich bestandener Fachprüfung - auch Befähigungsnachweis genannt - man zur Erlangung der Gewerbeberechtigung, welche wiederum einer Prüfung unterliegt, antreten kann. In den meisten Fällen unseres Berufsstandes wird der elterliche Betrieb übernommen und wiederum an die nächste Generation weitergegeben.

Berufsbild des Bestatter

Die Bindung an Standesregeln und Gesetze lässt erkennen, welche Bedeutung diesem Gewerbe beigemessen wird und welche besondere Verantwortung mit diesem Beruf verbunden ist. Neben den in der Gewerbeordnung festgelegten Bestimmungen müssen vom Bestatter im Hinblick auf seinen Tätigkeitsbereich auch noch besondere Berufsgrundsätze eingehalten werden, die kaum ein anderer Beruf im gleichen Ausmaß voraussetzt. Diese Berufsgrundsätze werden in drei Gruppen zusammengefasst:

  1. Die Wahrung der öffentlichen Interessen
  2. Die Wahrung des Rufes des Berufsstandes
  3. Die Wahrung der Interessen der Hinterbliebenen

Aufgaben und Verantwortlichkeit des Bestatters

Die Erreichbarkeit des Bestatters muss Tag und Nacht, wie auch an Wochenenden und Feiertagen gegeben sein. Bei Krankheit oder Urlaub hat er für eine kompetente Vertretung zu sorgen. Zu den Hauptaufgaben des Bestatters zählen folgende Punkte:

  • Aufnahmegespräch mit den Hinterbliebenen
  • Ankleiden, Versargen und Abholung des Verstorbenen
  • Thanatopraxie
  • Überführungen im In- und Ausland
  • Möglichkeit der Abschiednahme und Aufbahrung des Leichnams
  • Organisation und Durchführung/Kondukt der Trauerfeier
  • Graböffnungen und -schließungen/Exhumierungen
  • Trauerdruck, Särge und Urnen
  • Behördengänge
  • Nachbetreuung